NachhaltigkeitsAkademie 2019: Kurse

0. Orga (von uns)

Diesen Kurs bitte nicht wählen. Wenn ihr Interesse habt, euch an der Organisation der NachhaltigkeitsAkademie zu beteiligen, schreibt uns bitte stattdessen eine E-Mail.

1. Nachhaltige Wirtschaft (von Jonas Frey und Maja Geulig)

Die wirtschaftlichen Aktivitäten des Menschen sind die Ursache dafür, dass das Thema Nachhaltigkeit überhaupt von Bedeutung ist. Seit der Industrialisierung verbrauchen wir jedes Jahr mehr Ressourcen, als auf der Erde nachwachsen und sorgen mit dem Ausstoß von Treibhausgasen für den Klimawandel. Insofern darf die wirtschaftswissenschaftliche Betrachtungsweise auf einer NachhaltigkeitsAkademie natürlich nicht fehlen.

Wir wollen uns im Kurs zunächst damit beschäftigen, welche Mechanismen im aktuellen Wirtschaftssystem dafür sorgen, dass wir so viele Ressourcen verbrauchen. Anschließend wollen werden wir verschiedene Lösungsansätze betrachten, wie Nachhaltigkeit ohne große Umbrüche im System erreicht werden kann. Außerdem wollen wir uns mit Wachstum beschäftigen und dabei insbesondere mit der Frage, ob dieser Planet mit seinen endlichen Ressourcen noch viel Raum für Wachstum lässt oder ob wir uns auf den Weg in eine Postwachstumsgesellschaft machen müssen.

Jonas promoviert aktuell in Oxford im Bereich Financial Economics. Maja studiert Computerlinguistik in Heidelberg und interessiert sich für alles, was mit Nachhaltigkeit zu tun hat.

2. Rohstoffe und Energie – für Nachhaltigkeit braucht es beides! (von Caspar Paetz)

Gehört hat sicher jeder schon mal von Destillation, Fermentation, Reaktion, Extraktion oder Filtration; der immensen Bedeutung dieser „Verfahrenstechnischen Grundoperationen“ für fast alle Produkte des täglichen Lebens ist man sich dabei aber selten bewusst.

Wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht, sind insbesondere das Thema Rohstoffbasis und die Quelle der Energie für die notwendigen Stoffwandlungsschritte von Interesse. Während auf Energieseite der Ansatz aufgrund der heutzutage weit verbreiteten erneuerbaren Stromquellen durchaus im Fokus der Öffentlichkeit steht, sind die Rohstoffe und damit die stoffliche Basis etwas schwerer zu greifen. Spannenderweise sind fast alle notwendigen Elemente für verfahrenstechnische Produkte leicht zugänglich: man braucht im Wesentlichen Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Wasserstoff. Obwohl sich in den sehr alltäglichen Stoffen Wasser (H2O) und Luft (vor allem N2, O2 und CO2) alle diese Elemente finden, sind Erdgas, Kohle und Öl die industriell dafür genutzten Rohstoffe. Es geht aber tatsächlich auch nur mit Wasser und Luft!

In diesem Kurs soll erarbeitet werden, wie in Zukunft im industriellen Maßstab vollständig nachhaltige Rohstoffketten und die zugehörigen industriellen Prozesse aussehen könnten. Wie genau das geht und wieso das nicht schon passiert, ist wesentlicher Teil des Kurses. Wir werden Rohstoffketten diskutieren und darstellen, wobei diverse Szenarien (Wasserstoff für Brennstoffzellen-Busse, Kerosin für Flugzeuge, Polymere für die Industrie, …) konkreter angesprochen werden.

Ein kleines Gimmick: Die Dokumentation des Kurses wird nicht in Form eines schriftlichen Berichts erfolgen, sondern in Form einer „Spielanleitung“. Ziel des Kurses ist es nämlich, das erarbeitete Wissen in ein Karten-/Brettspiel zu gießen, mit dessen Hilfe das Wissen auf einfache Art und Weise weiter verbreitet werden kann. Dazu werden in einem Baukastensystem diverse Spielmechanismen und Bauteile zur Verfügung gestellt, aus denen sich in kleineren Gruppen dann verschiedene Ansätze entwickeln können, wie das Thema spielerisch vermittelt wird.

Der Kurs richtet sich an Technik-Begeisterte mit Blick fürs Große Ganze (zu 60%), Spielkinder (zu 30%) und wirklich nur sehr wenig an rein Chemieinteressierte (10%). Ich freue mich auf euch!

Caspar ist Verfahrenstechniker und Spieler mit Leib und Seele, hat bereits mehrere Akademien hinter sich und arbeitet derzeit als Technischer Leiter eines mittelständischen Unternehmens, welches weltweit Wasserstoff-Speicher-Technologie vertreibt.

3. Wasserstoff - eine Alternative in der Mobilität der Zukunft? (von Lars Kuchenbecker)

Wir alle kennen die Problematiken: Klimaerwärmung, 1,5°C-Ziel, CO2-Verminderung in der Atmosphäre, die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (englisch Sustainable Development Goals, SDGs), etc. Für die lokale Mobilität werden für NEU-Fahrzeuge Elektro-Antriebe mit fest verbauten, seltener mit Wechsel-Akkus oder Brennstoff-Zellen-Fahrzeuge, zur Zeit favorisiert.

Was aber ist mit den bereits vorhandenen PKW, LKW, Traktoren, Bussen und Bahnen mit Verbrennungsmotor? Was passiert mit

– den „Alt-Fahrzeugen“, die nach Ost-Europa und Afrika „exportiert“ werden und dort weiter CO2 sowie andere Abgase emittieren;

– Gibt es möglicherweise einfache (Zwischen-) Lösungen?

Nach Schätzungen der IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change, also der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen der Vereinten Nationen (UN)) handelt es sich dabei um fast 1 Mrd. PKW und es werden täglich mehr…

Umgerechnet ca. 2,25 Mrd. t CO2 pro Jahr, also eine – auf 30 Jahre gesehen – signifikante Menge, deren Reduktion nachhaltige und schnelle positive Effekte versprechen könnte.

Wäre es deshalb nicht sinnvoll, Alternativen zu entwickeln, die sich möglicherweise quasi „sofort“ nachrüsten ließen?

Im Rahmen des Kurses soll interdisziplinär und kreativ an die Erarbeitung möglicher Lösungs-Konzepte / Verfahren um das Thema Wasserstoff herangegangen werden. Dabei stehen sowohl theoretische Betrachtungen / Berechnungen als auch die praktische Durchführungen von Versuchen im Mittelpunkt dieses Kurses. Wir erarbeiten den Status Quo, recherchieren aktuelle Lösungen bzw. deren (Umsetzungs-) Problematiken und diskutieren sowohl soziale als auch gesellschaftliche Auswirkungen.

Dieser Kurs ist ideal für Teilnehmer, die gern „über den eigenen Tellerrand hinausschauend“ auf die aktuelle Situation reagieren wollen. Ein Ergebnis könnte sein, konkrete Vorschläge und Maßnahmen zu unterbreiten, die zuvor mittels praktischer Versuche untersucht bzw. bewertet und aus dem philosophischen / sozialem / gesellschaftlichen Blickwinkel beleuchtet wurden. Voraussetzungen: Grundwissen Philosophie, Physik.

Lars Kuchenbecker ist seit über 20 Jahren im Bereich von Projekten der Erneuerbaren Energie (Biogas, PV, Wind) in Industrieprojekten selbstständig tätig und verfügt über fast 27 Jahre Berufserfahrung. Zuvor hat er Erfahrungen im Ausland (USA und England) gesammelt, Elektrotechnik an der RWTH Aachen studiert und war Kursleiter im Rahmen einer SchülerAkademie (2010).

4. Permakultur (von Dennis Huben)

Permakultur ist ein Konzept, das die nachhaltige Nutzung natürlicher Kreisläufe verfolgt. Die Prinzipien, die der Permakultur zugrunde liegen, wurden Mitte der 1970er Jahre in Australien entwickelt. Es geht darum, zukunftsfähige, stabile, von großer Diversität gekennzeichnete, selbsterhaltende Systeme aufzubauen, zum Wohl der Natur und der Menschen.

Zwar stammt das Konzept der Permakultur ursprünglich aus der Landwirtschaft (der Name ist ein Kofferwort aus „permanent“ und „Agrikultur“), wird aber mittlerweile auch in anderen Bereichen angewendet. So werden wir uns auch mit der „sozialen Permakultur“ auseinandersetzen.

Im Kurs werden wir uns mit den Leitsätzen der Permakultur befassen und gemeinsam erarbeiten, in welchen Bereichen unseres Lebens wir diese sinnvoll einbringen können. Wir werden Beispiele kennen lernen für die Umsetzung der Prinzipien und wir wollen lernen, wie wir die Gestaltungsansätze für uns brauchbar machen können.

Dennis ist vor einigen Jahren über einen Gemeinschaftsgarten das erste mal in Kontakt mit Permakultur gekommen. Nachdem er vor kurzem die erste Hälfte eines Intesivkurses der Permakultur-Akademie zum Thema „Permakultur- und Transformationsdesign“ besucht hat, wird er zu Beginn der NachhaltigskeitsAkademie vorraussichtlich den zweiten Teil absolviert haben.

5. Zukünftige Herausforderungen in der Siedlungswasserwirtschaft (von Saphira Schnaut)

Die Siedlungswasserwirtschaft beschäftigt sich mit dem Umgang von Wasser, sei es Trinkwasser, Abwasser oder Niederschlagswasser in menschlichen Siedlungen. So vielfältig dieses Themenfeld ist, so vielfältig sind auch die zukünftigen Herausforderungen.

Im Abwasserbereich sind dies beispielsweise die Diskussion über die vierte Reinigungsstufe in Kläranlagen zur Elimination von Mikroschadstoffen sowie der Energiebedarf, der damit einhergeht. Auch die Rückgewinnung der endlichen Ressource Phosphor und der Umgang mit der zunehmenden Belastung durch Starkregenereignisse, die im Rahmen des Klimawandels zunehmen und natürlich auch in der Regenwasserbewirtschaftung von großer Bedeutung sind, sind zukünftige Herausforderungen. Im Trinkwasserbereich ist vor allem die Aufbereitung relevant; vielerorts zeigen sich Trends zur Verschlechterung der Qualität der Rohwasserquellen. Global betrachtet kommt durch Dürren oder wechselnde Niederschlagsmuster auch die Problematik der Verfügbarkeit hinzu, weshalb Abwasserwiederverwertung in einigen Regionen der Erde seit Jahrzehnten praktiziert wird und in anderen aktuell an Bedeutung gewinnt.

Nach einem kurzen Gesamtumriss können Schwerpunkte je nach Interessenslage im Kurs gesetzt werden. Es wird wahrscheinlich etwas Chemie auf Oberstufenniveau vorkommen, aber alles wird erklärt, von daher sind keine besonderen Vorkenntnisse nötig. Vorher vorbereitete Vorträge werden nicht erwartet, aber wenn es Menschen gibt, die sich besonders für ein (auch noch nicht hier erwähntes) Thema interessieren und einen Vortrag halten möchten, sind diese natürlich gerne willkommen, bitte dafür vorher eine E-Mail schreiben!

Saphira wird zum Zeitpunkt der NAka hoffentlich mit ihrem Master in Wasserwirtschaft fertig sein, mag Schildkröten und ist schon sehr auf den Kurs gespannt.

7. Umweltpsychologie (von Leonie Fresz)

Das menschliche Verhalten ist ein entscheidender Faktor für die globalen ökologischen Probleme. Den meisten Menschen ist mittlerweile klar, dass wir mit unserem aktuellen Lebensstil der Umwelt extrem schaden. Trotzdem ändert sich erschreckend wenig.

Um Nachhaltigkeit zu erreichen, ist deshalb eine individuelle und kollektive Verhaltensänderung nötig. Die Umweltpsychologie befasst sich mit der Frage, wie diese Veränderung zu erreichen ist: Wie können Menschen zu umweltbewusstem Verhalten motiviert werden? Mit welchen Mechanismen lässt umweltrelevantes Wissen auch tatsächlich in entsprechendes Handeln umsetzen bzw. was hindert Menschen daran?

Im Kurs beschäftigen wir uns mit psychologischen Erklärungsmodellen und Theorien zum Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Wir werden gemeinsam Studien lesen und auswerten und anschließend selbst Ideen entwickeln, wie sich der Umweltschutz voran treiben lässt. Dabei können wir auch gern sehr konkret werden und einzelne Projekte oder Kampagnen planen, die nach dem Kurs von den Teilnehmern z.B. an ihrer Uni umgesetzt werden können.

Leonie hat im Bachelor Psychologie studiert und gerade ihren Master in Kognitionswissenschaft abgeschlossen.

9. Existentielle Risiken: Wie wir aussterben oder anderweitig unsere Zukunft verspielen könnten (von Max Daniel und Alexander Koch)

Der moderne Mensch entstand vor ungefähr 300.000 Jahren. Unsere Nachfahren könnten noch Hunderte Millionen Jahre auf der Erde leben – oder noch mehrere Größenordnungen länger, falls sie das Weltall besiedeln. Andererseits scheint es möglich, dass die Menschheit wesentlich früher ausstirbt – sei es aufgrund einer Naturkatastrophe wie dem Einschlag eines großen Asteroiden oder infolge anthropogener Ereignisse wie etwa katastrophalem Klimawandel oder der Entwicklung gefährlicher Technologien.

Wie sehr schulden wir es zukünftigen Generationen, solche existentiellen Risiken zu reduzieren? Wie können wir uns überhaupt wissenschaftlich mit derart unsicheren, langfristigen Entwicklungen beschäftigen? Wie sieht in einem konkreten Fall – z.B. unwahrscheinlichen, aber nicht auszuschließenden Klimawandel-Szenarien mit Erwärmung von mehr als 6 Grad – aus? Geleitet von diesen Fragen werden wir uns dem Kursthema sowohl philosophisch als auch anwendungsbezogen nähern.

Teilnahmevoraussetzung ist die vorbereitende Lektüre englischsprachiger wissenschaftlicher Veröffentlichungen. Hierfür solltet ihr 5–10 Stunden einplanen.

Max forscht ab Oktober zum Kursthema am Future of Humanity Institute. Alex promoviert in Informatik.

10. Künstliche Intelligenz – weiter gedacht (von Magdalena Wache)

Alle reden von Künstlicher Intelligenz und selbst lernenden Systemen: eine Technologie, die unser Leben einfacher und besser machen soll. Aber wie nachhaltig ist diese Entwicklung? Und welche Risiken birgt sie?

Der Schwerpunkt des Kurses wird das Thema Künstliche Superintelligenz sein – also eine Künstliche Intelligenz, die in allen kognitiven Fähigkeiten, die Menschen nutzen, um ihre Ziele zu verfolgen, mindestens so gut ist wie ein Mensch.

Wir werden uns in dem Kurs beschäftigen mit:

– Künstliche Intelligenz heutzutage – Stand der Technik

– Reinforcement Learning – mathematische Grundlagen

– Forschung des Machine Intelligence Research Institute

Außerdem werden wir unter anderem die Fragen diskutieren:

– Ist es überhaupt möglich, dass Menschen eine Künstliche Superintelligenz bauen?

– Wäre es möglich, eine Superintelligenz wieder auszuschalten, wenn etwas schief geht?

– Welche Ziele würde die Superintelligenz verfolgen?

– Was können wir jetzt tun, um den Einfluss Künstlicher Intelligenz auf die Welt möglichst positiv zu gestalten?

Voraussetzungen:

– Abiturwissen Mathematik

– genug Freiraum vor dem Kurs, um einen Vortrag von 5 bis 10 Minuten vorzubereiten (nähere Infos dazu bekommt ihr rechtzeitig vorher:))

Magdalena hat nach ihrem Bachelor in Elektrotechnik die Richtung gewechselt und studiert jetzt im Master Informatik mit dem Nebenfach Mathematik. Grund dafür war die Erkenntnis, wie wichtig Künstliche Intelligenz für unsere Zukunft ist.

99. Nicht-Kurswahl für KL (von )

Für Kursleiterinnen und Kursleiter, die nur bei eigenem Kurs an der Akademie teilnehmen dürfen, können oder möchten.

106. Sustainable Management - eine Einführung [entfällt] (von Michelle Klein)

Sustainable Management ist wohl eine der wichtigsten Abteilungen, um das Gesicht einer Firma zu polieren. Als normaler Verbraucher, der weniger Zeit hat sich mit diesem Thema zu beschäftigen, kann das ganze doch etwas komplizierter werden. Wie gut, dass dieser Kurs euch über den Weg läuft!

In diesem Kurs lernt ihr, was genau Sustainable Management überhaupt ist, wieso Firmen es betreiben, welche Strategien es gibt und wie man als Verbraucher auch wirklich nachhaltig dieses Angebot nutzt und sich nicht täuschen lässt - denn es gibt auch Firmen, die dies einfach nur als Maske nutzen. Mehr dazu bekommt ihr aber ebenfalls im Kurs.

Vorkenntnisse sind keine gefragt, es sollte jedoch ein Interesse am Mikroökonomischen System bestehen, da es hier nicht nur um Nachhaltigkeit, sondern auch BWL geht.

Michelle ist derzeit Schülerin am Max-von-Laue-Gymnasium in Koblenz und hat sich bereits intensiv mit dem Thema Sustainable Management zusammen mit dem Center for Advanced Sustainable Management (CASM) in Köln auseinander gesetzt und wird nach dem Abitur dort ihr Studium ansetzen.

108. Alltägliche Nachhaltigkeit [entfällt] (von Mercedes Schroeder und Maja Seehaus)

Ohne Absicht verhalten sich die meisten Menschen im Alltag, zum Beispiel beim Waschen der Wäsche oder während der morgendlichen Badroutine, umweltschädlich.

Der Kurs „alltägliche Nachhaltigkeit“ wird versuchen herauszufinden, welche Auswirkungen es tatsächlich hat, wenn Privatpersonen sich dazu entscheiden nachhaltiger zu leben. Er wird kritisch hinterfragen, welche Öko-Trends sich wirklich auf die Zukunft des Planeten auswirken und welche es lediglich von sich behaupten. Der Fokus wird dabei auf der Hygiene, der Kleidung und der Ernährung liegen. Folgende Stichworte sind innerhalb dieser Zusammenhänge bekannt: Mikroplastik, Tenside sowie Landnutzungsveränderungen durch Massentierhaltung.

Als Grundlage für Diskussionen dienen neben wissenschaftlichen Texten auch Filmausschnitte aus aufwändig recherchierten Dokumentationen wie zum Beispiel „Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“ oder „Cowspiracy“. Außerdem ist es Ziel des Kurses, alltägliche Nachhaltigkeit praktisch zu erlernen. Das eigene Herstellen von Deo oder Waschmittel ist zum Beispiel ein erster Schritt. Auch die vegane Küche ist überraschend vielseitig, schmackhaft und vor allem nachhaltig.

Von den Teilnehmer*innen wird erwartet, dass sie dazu bereit sind, sich kritisch mit ihrem Alltag auseinanderzusetzen. Zudem wird sich erhofft, sie dazu animieren zu können, den im Kurs und darüber hinaus gewonnenen Erkenntnissen Taten folgen zu lassen.

Beide Kursleiterinnen sind Studentinnen der Umweltwissenschaften im dritten Semester an der Leuphana Universität Lüneburg. Sie sind nicht nur darin erprobt, ihren Alltag nachhaltig zu gestalten, sondern verfügen auch über die wissenschaftliche Fachkompetenz.

111. Internet und Nachhaltigkeit? [entfällt] (von Niels Mündler)

Das moderne Neuland, basierend auf blitzschnellen und winzigkleinen Rechenschiebern und kilometerlangen Über- und Unterseekabeln (allgemein bekannt als das „Internet“), birgt ein gigantisches Potential für die Menschheit. Die Herstellung und Versorgung der dazu benötigten Geräte jedoch stellt dem einen enormen Aufwand gegenüber.

In diesem Kurs stellt sich für mich und euch die Frage – wie kann das Potential des Internets konkret genutzt werden, abseits von Snapchat und Katzenvideos, für nicht weniger als eine Weltverbesserung? Was sind die dunklen Seiten der technologischen Entwicklungen? Wie können Computersysteme und Kommunikationsmittel wie das Internet genutzt werden, um ressourcenschonender und mitweltbewusster zu werden? Wiegen die immensen Umweltkosten der neuen Industrie ihren Nutzen wieder auf? Dabei hoffe ich mit euch über papierfreien Postverkehr, gemeinschaftlich verzehrte Kühe und Miniaturdrohnenschwärme genauso zu lernen wie über ausbeuterische Coltangewinnung, den Stromverbrauch von Suchanfragen und Exabytes von privaten Daten.

Am Ende wollen wir selbst Ansätze entwickeln, um mit Computern langfristig Mensch und Mitwelt zu schonen und schützen oder zeigen, in welchen Bereichen aktuelle Entwicklungen Schaden anrichten und konstruktive Verbesserungsvorschläge entwickeln.

Es sind alle willkommen, die für sich ein gewisses Maß an Neugierde und Kreativität beanspruchen (Computerkenntnisse nicht gefordert)! Bitte informiert euch im Vorfeld über ein System, das durch Computer oder Internet ermöglicht wurde und das Mensch und Mitwelt positiv oder negativ (oder beides) beeinflusst hat. Bereitet darüber eine kurze Präsentation für den Kurs vor.

Ich studiere selbst Informatik im 3. Semester und weise mir daher das Knowhow für eine Einschätzung der technischen Seite heutiger und zukünftiger Entwicklungen zu.

Gerne nehme ich noch einen Kursleitungsmenschen mit Expertise im Bereich Umwelt, Politik oder ähnlichem auf.